Am 11. April 1054 wurde die Menschheit Zeuge der Explosion einer etwa 6000 Lichtjahre entfernten Sonne. Sie leuchtete so hell, dass der "neue Stern" sogar am Taghimmel sichtbar war. Aufzeichnungen von Zeitzeugen berichten übereinstimmend von dem Ereignis. Die Supernova, wie ein solcher explodierender Stern heißt, erreichte im Maximum eine Helligkeit von -7,5ter Größe und konnte noch gut zwei Jahre später am Nachthimmel beobachtet werden. Bei der Supernova-Explosion wurde die Hülle des Sterns schlagartig in den Weltraum abgestoßen. Bis heute hat der Nebel dadurch einen Durchmessser von zehn Lichtjahren erreicht und dehnt sich weiter aus. Der Rest des einst acht bis zehn Sonnenmassen schweren Stern ist dabei auf eine unglaublich dichte Kugel von nur ungefähr zehn Kilometer Durchmesser geschrumpft. Ein Kubikzentimeter Materie dieses Neutronensterns wöge auf der Erde eine Milliarde Tonnen! Die Rotationsgeschwindigkeit ist nicht weniger beeindruckend: Er dreht sich dreißigmal pro Sekunde um seine Achse. Bekannt ist diese Sternleiche im Stier als Krebsnebel oder auch als Krabbennebel. Allerdings müssen Sie schon genau hinschauen, denn so hell die Supernova einmal war - viel ist davon nicht mehr übrig. Der Startpunkt ist der Stern Zeta Tauri an der Spitze des südlichen Horns. Ungefähr drei Grad nordwestlich davon finden Sie die etwas schwächere Sonne 114 Tauri. M1 bildet mit den beiden Sternen ein Dreieck in nördlicher Richtung. Der 10 x 50 Feldstecher zeigt ein schwaches, strukturloses Nebelfleckchen. Sollte der Krebsnebel unsichtbar bleiben, schwenken Sie den Feldstecher einmal leicht hin und her - bewegte Objekte sind für das Auge leichter zu erfasssen. (Quelle: Astronomie Heute 1-2/2008) |
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